Ein Fermenter mit Gülle stellt andere Anforderungen an die Strömung als einer, der Grassilage, Stroh oder einen hohen Anteil Festmist aufnimmt. Lange Fasern erhöhen die scheinbare Viskosität, können sich um Wellen und Rührflügel wickeln und eine zusammenhängende Schwimmschicht bilden, die sich nur schwer wieder einrühren lässt.
Die häufigsten Probleme
- Aufwickeln von Fasern um Welle und Propeller,
- Anstieg des Drehmoments und der Motorstromaufnahme,
- Bildung einer dichten Schwimmdecke,
- lokale Ablagerung schwerer Partikel,
- ungleichmäßiger Eintrag von Frischsubstrat,
- abnehmende Propellerwirkung durch anhaftendes Material.
Die Propellergeometrie ist wichtig
EKATO AQUAJET-B wurde gerade für Medien mit langen Fasern entwickelt. Der Hersteller verwendet einen großen Nabendurchmesser und rückwärts gekrümmte Vorderkanten der Rührflügel, damit die Fasern am Flügel entlanggleiten, statt sich um die Welle zu wickeln. Das zeigt, dass die Propellerform bei anspruchsvollen Substraten ebenso wichtig sein kann wie die Motorleistung.
Großer Propeller, geringere Drehzahl
streisal Biosubstrator und Biobull sowie zentrale und Stabrührwerke von SUMA verfolgen einen anderen Ansatz: großer Durchmesser, niedrige Drehzahl und hoher Umwälzstrom. streisal nennt für den Biosubstrator ausdrücklich faserige Bestandteile und hohe Trockensubstanzgehalte; auch die vergrößerte Nabe verringert das Risiko, dass sich Material aufwickelt.
Die Substrataufbereitung bleibt wichtig
Auch das beste Rührwerk kann eine unzureichende Substrataufbereitung nicht vollständig ausgleichen. Werden langes Stroh oder Gras in großen Büscheln eingetragen, muss das Rührwerk ein Problem bewältigen, das bereits bei der Dosierung entstanden ist. Zerkleinerung, Vermischung mit einer flüssigen Fraktion und ein kontrollierter Eintrag in den Fermenter können die Belastung der Rührwerke erheblich verringern.
Beispiele für Hersteller
EKATO AQUAJET-B ist ein gutes Beispiel für eine besondere Propellergeometrie bei langen Fasern. streisal Biosubstrator, Biobull und TSRL Hybrid verfolgen unterschiedliche Ansätze für anspruchsvolle Biogassubstrate. SUMA kann bei schwierigen Prozessen Stab-, Tauchmotor- und Paddelrührwerke kombinieren.
Quellen und weiterführende Literatur
- EKATO – AQUAJET-B für lange faserige Bestandteile (EN)
- streisal – Biosubstrator (EN)
- streisal – TSRL Hybrid (EN)
- SUMA – Rührwerke für Biogas (EN)
Der Inhalt dient der Information. Für die Wahl des Rührwerks sind Behältergeometrie, tatsächliche Substrateigenschaften, Betriebsweise und Sicherheitsanforderungen sowie die Bestätigung durch den Hersteller erforderlich. Die Illustration zeigt das Funktionsprinzip, keinen Ausführungsplan.
