← Zurück zur Durchmischung im Fermenter
DURCHMISCHUNG IM FERMENTER · FACHBEITRAG

Tauchmotorrührwerke – flexible Durchmischung von Fermentern und Nachgärern

Ein Tauchmotorrührwerk lässt sich entlang einer Führung versetzen und auf Bereiche mit höherem Strömungsbedarf ausrichten. Das ist bei wechselnden Füllständen besonders nützlich.

Querschnitt eines Fermenters mit zwei Tauchmotorrührwerken mit Propeller an verstellbaren vertikalen Führungen
Tauchmotorrührwerke lassen sich in unterschiedlichen Höhen positionieren und auf Bereiche ausrichten, in denen die Umwälzung verstärkt werden soll.

Bei einem Tauchmotorrührwerk bilden Elektromotor, Getriebe und Propeller eine Einheit, die sich im Substrat befindet. In Biogasbehältern werden solche Rührwerke häufig an einer vertikalen Führung montiert. Dadurch lassen sich ihre Höhe und, je nach Halterung, ihre Ausrichtung an die tatsächlichen Verhältnisse im Fermenter anpassen.

Worin liegt der wichtigste Vorteil?

Flexibilität. Bei wechselndem Füllstand lässt sich das Rührwerk so positionieren, dass der Propeller ausreichend eingetaucht bleibt. Bilden sich in einem Behälterbereich Sedimente oder eine Schwimmschicht, kann die Strömung dort durch eine Anpassung von Position und Ausrichtung gezielt verstärkt werden.

SUMA nennt für OPTIMIX Anwendungen in Fermentern, Nachgärern, Endlagern und Vorgruben. streisal TSRL Hybrid ist für Biogasbehälter mit vergleichsweise hohem Trockensubstanzgehalt entwickelt und nutzt große, strömungstechnisch optimierte Propeller bei geringeren Drehzahlen.

Wann ist ein Tauchmotorrührwerk sinnvoll?

  • bei Behältern, deren Durchmesser deutlich größer ist als ihre Höhe,
  • bei wechselndem Füllstand,
  • wenn die Arbeitshöhe oder der Arbeitswinkel verstellt werden soll,
  • als zusätzliches Rührwerk neben einem anderen Hauptsystem,
  • in Nachgärern und Gärrestlagern mit wechselnden Prozessbedingungen.

Worauf ist zu achten?

Der größte praktische Unterschied zu einem trocken aufgestellten Rührwerk betrifft die Wartung. Motor und Dichtungssystem arbeiten in einem aggressiven Medium. Daher sind Gehäusequalität, Motorschutz, Dichtungsüberwachung und die Möglichkeit, das Gerät sicher herauszuziehen, wichtig. Vor dem Kauf sollte geklärt werden, ob sich das Rührwerk ohne Entleerung des Behälters ausbauen lässt und wie der Zugang zur Führung und zur Winde gestaltet ist.

Ebenso wichtig ist die Position. Ein gutes Rührwerk kann am falschen Ort lediglich die Biomasse in seiner unmittelbaren Umgebung umwälzen. Bei mehreren Geräten ist zu vermeiden, dass sich ihre Strömungen gegenseitig aufheben oder nur eine kurze Kreisströmung ohne vertikalen Stoffaustausch entsteht.

Beispiele für Hersteller

SUMA OPTIMIX ist in mehreren Größen und Leistungsklassen für unterschiedliche Behälter erhältlich. streisal TSR/TSRL Hybrid deckt übliche und höher viskose Biogassubstrate ab. Für den TSRL nennt der Hersteller Propellerdurchmesser bis 1.290 mm und den Einsatz bei vergleichsweise hohen Trockensubstanzgehalten. Landia bietet ebenfalls Tauchmotorrührwerke an. Bei den Lösungen des Herstellers lohnt sich jedoch auch der Vergleich mit den von außen montierten Konzepten GasMix und Side-Entry.

Praktische PrüfungLassen Sie sich neben der Motorleistung eine Zeichnung der Rührwerksposition im konkreten Behälter, die Möglichkeiten zur Höhen- und Winkelverstellung, das Wartungsverfahren sowie die zu erwartenden Strömungsverhältnisse bei minimalem und maximalem Füllstand vorlegen.

Quellen und weiterführende Literatur

Der Inhalt dient der Information. Für die Wahl des Rührwerks sind Behältergeometrie, tatsächliche Substrateigenschaften, Betriebsweise und Sicherheitsanforderungen sowie die Bestätigung durch den Hersteller erforderlich. Die Illustration zeigt das Funktionsprinzip, keinen Ausführungsplan.