Unterschiedliche Substrate verhalten sich selten gleich. Lebensmittelreste, Silage, Mist und faserige Stoffe unterscheiden sich in Feuchte, Partikelgröße und Neigung zur Klumpenbildung. Ihre direkte Einbringung in den Fermenter belastet die Rührwerke stärker und erschwert eine gleichmäßige Dosierung. Der MULTIMix ist als Zwischenschritt gedacht, in dem das Material vor dem Eintritt in den biologischen Hauptprozess vorbereitet wird.
Welche Aufgaben übernimmt der MULTIMix?
Nach öffentlich zugänglichen Herstellerbeschreibungen zerkleinert und homogenisiert das System unterschiedliche Eingangsstoffe und bringt sie als flüssige Mischung ein. Bei Projekten mit organischen Abfällen kann es mit Annahmebehälter, Entpackung und Pasteurisierung kombiniert werden. Der MULTIMix ist damit nicht immer ein eigenständiges „Dosiergerät“, sondern Teil einer größeren Behandlungslinie.
Ein Vorteil des Nasseintrags ist, dass vorbereitete Substrate in geschlossenen Leitungen transportiert werden können. Dadurch lassen sich Annahmebereich und Fermenter räumlich trennen und mehrere Behälter über Ventile und Pumpensteuerung beschicken.
Unterschied zum trockenen Dosierbunker
Ein Trockenbunker nimmt feste Stoffe vor allem an und trägt sie kontrolliert aus. Der MULTIMix verändert vor der Übergabe ihre physikalischen Eigenschaften: Er verkleinert und vereinheitlicht Partikel, fügt eine flüssige Phase hinzu und bereitet eine pumpfähige Mischung vor. Ein Vergleich darf sich deshalb nicht nur auf das Volumen des Annahmebehälters beschränken.
Bei einem Nasssystem sind verfügbares Rezirkulat, Trockenmassegehalt nach dem Mischen, Energiebedarf für Zerkleinerung und Pumpen sowie der Verschleiß von Bauteilen durch Sand, Metall oder andere Fremdkörper wichtig.
Wann kann das System Vorteile bieten?
Der MULTIMix kann sinnvoll sein, wenn die Anlage mit wechselnden Substratmischungen arbeitet, die Fermenterrührwerke entlastet werden sollen oder die Dosierlinie zusätzliche Abfallbehandlung einbinden muss. WELTEC beschreibt ihn für ein Projekt zusammen mit einem 80-m³-Dosierbehälter, in dem Lebensmittelreste vor der weiteren Behandlung zerkleinert und homogenisiert werden.
Für eine einfache Anlage mit nur einem gleichmäßigen, gut fließfähigen Substrat kann diese Vorbehandlung überflüssig sein. Die Investition muss sich durch stabileren Betrieb, größere Flexibilität bei den Einsatzstoffen oder weniger Probleme in späteren Prozessschritten rechtfertigen.
Was sollte ein Angebot enthalten?
Das Angebot sollte zulässige Substrate, maximale Größe und Art möglicher Fremdkörper, erwarteten Durchsatz für die konkrete Mischung, Flüssigkeitsbedarf, Antriebsleistung, Verschleißteile und Reinigungsverfahren eindeutig benennen. Ebenso wichtig sind Automatisierung, Sicherheitsverriegelungen und das Verhalten der Linie, wenn eine nachgeschaltete Pumpe oder ein Ventil stoppt.
Quellen und weiterführende Literatur
- WELTEC BIOPOWER – Anwendung von Dosierbehälter und MULTIMix-System
- WELTEC BIOPOWER – Plant construction & technology
- WELTEC BIOPOWER CZ – technische Komponenten und MULTIMix
Die Beschreibung beruht auf öffentlich zugänglichen Herstellerangaben. Konfiguration, Kapazität und Lieferumfang hängen vom jeweiligen Projekt ab und müssen in einem technischen Angebot bestätigt werden. Der Inhalt dient der Information und ersetzt keine verfahrenstechnische Berechnung.
