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Dosiersysteme · FACHBEITRAG

WANGEN BIO-MIX 200 – anspruchsvolle Substrate mischen und pumpen

Die BIO-MIX 200 verbindet die Annahme fester Stoffe, Flüssigkeitszugabe und Förderung zum Fermenter. Das Konzept ist besonders für große Anlagen, lange Leitungswege und wechselnde Substrate interessant.

Illustration der WANGEN BIO-MIX 200 mit Annahmetrichter
Feststoffe gelangen durch den Trichter, werden mit Flüssigkeit gemischt und zum Fermenter gepumpt. Die Illustration zeigt das Funktionsprinzip.

Beim Nasseintrag geht es nicht nur darum, festes Material zu bewegen. Es muss mit Rezirkulat, Gülle oder einer anderen flüssigen Phase zu einer Mischung verbunden werden, die sich zuverlässig durch Rohrleitungen fördern lässt. Die WANGEN BIO-MIX 200 nutzt dafür einen Annahmetrichter, eine Zuführschnecke und eine Exzenterschneckenpumpe.

Wie funktioniert das System?

Das feste Substrat gelangt in eine verlängerte Annahmekammer. Flüssigkeit kann über Anschlüsse auf beiden Seiten zugeführt werden. Laut Hersteller dient der gesamte Trichterbereich als Mischzone. Die Zuführschnecke transportiert das vorbereitete Material zur Pumpenkammer, wo Rotor und Stator einen kontinuierlichen Förderdruck aufbauen.

Diese Anordnung erlaubt das Mischen und Fördern von Mais- oder Grassilage, Mist, Stroh und weiteren faserigen Stoffen in einer Einheit. Die Aussage „alle Biogassubstrate“ muss jedoch anhand der konkreten Ausführung, Vorbehandlung, des Trockenmassegehalts und der zulässigen Fremdkörpergröße bewertet werden.

Leistung und Ausführungen

Nach Herstellerangaben beträgt der Nennvolumenstrom bis zu 150 m³/h. Für die BIO-MIX 200.0 wird ein Druck von bis zu 4 bar angegeben, für die BIO-MIX 200.2 bis zu 8 bar. Der Kugeldurchgang beträgt 150 mm; am Ausgang werden bis zu 18 % Trockenmasse genannt. Die Antriebsleistung beträgt je nach Ausführung 45 oder 55 kW.

Der Hersteller gibt ungefähr 20 t/h für Maissilage, 15 t/h für Rindermist und 3–4 t/h für reines Stroh mit einer Dichte von 0,2 t/m³ an. Diese Werte sind keine allgemein gültigen Auslegungskapazitäten: Sie hängen von Dichte, Feuchte, Faserlänge, dem Verhältnis von flüssiger zu fester Phase und den Druckverlusten in der jeweiligen Rohrleitung ab.

Wann ist die BIO-MIX 200 sinnvoll?

Das System ist besonders relevant, wenn Substrat über längere Strecken oder Höhenunterschiede gepumpt werden soll, eine Station mehrere Fermenter beschickt oder die Kapazität einer bestehenden Anlage ohne ein völlig neues Dosierkonzept erhöht werden muss. Große Wartungsöffnungen erleichtern Inspektion und Entfernen von Fremdkörpern. Eine geordnete Annahme und Eingangskontrolle ersetzen sie nicht.

Was ist vor der Auswahl zu prüfen?

Für ein Angebot sind Tagesmassen aller Substrate, Schüttdichte, maximale Faserlänge, Trockenmassegehalt, verfügbare flüssige Phase, Leitungswege und Anzahl der Einspeisepunkte festzulegen. Ebenso wichtig sind die Beschickung des Trichters, Wartungsraum, Schutz vor Fremdkörpern, Rücklaufregelung und das Verhalten bei einem Stillstand unter Last.

Hinweis für die PraxisEin hoher Nennvolumenstrom bedeutet nicht automatisch eine hohe Tagesleistung der gesamten Linie. Entscheidend ist der langsamste Schritt bei Beschickung, Mischung, Förderung und Annahme im Fermenter.

Quellen und weiterführende Literatur

Kapazitäten und technische Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Herstellerinformationen und müssen für die konkrete Ausführung und die vorgesehenen Substrate bestätigt werden. Der Inhalt dient der Information und ersetzt weder eine verfahrenstechnische Berechnung noch ein Herstellerangebot.