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Dosiersysteme · FACHBEITRAG

Börger Powerfeed – geschlossener Eintrag in den Rezirkulationsstrom

Der Powerfeed pumpt nicht den gesamten Behälterinhalt an fester Biomasse. Er verdichtet und zerkleinert das Material zunächst und führt es dann dosiert in die Leitung ein, durch die Rezirkulat zum ausgewählten Fermenter strömt.

Illustration eines geschlossenen Systems zum Einbringen fester Biomasse in den Rezirkulationsstrom
Verdichtung, Pfropfenbildung und kontrollierter Partikeleintrag erfolgen in einem geschlossenen System.

Der Börger Powerfeed gehört zum Nasseintrag, unterscheidet sich mechanisch aber von Systemen, die zunächst in einer offenen Kammer eine Mischung herstellen. Hier wird feste Biomasse kontrolliert direkt in eine Leitung mit Rezirkulat eingebracht. Der Hersteller nennt eine vollständig geschlossene Ausführung und die Möglichkeit, dass eine Einheit über Pumpen und Ventile mehrere Behälter unterschiedlicher Höhe versorgt.

Von der Zuführschnecke in die Leitung

Das Material gelangt über eine Öffnung in den Powerfeed, die von der Austragsschnecke eines Mischdosierers oder Schubbodenbehälters beschickt wird. Eine innere Schnecke fördert die Biomasse in einen Druckkanal. Dort wird das Material verdichtet und eingeschlossene Luft herausgedrückt. Ein kompakter Pfropfen trennt die Zufuhrseite von der Einmischeinheit.

Rotierende Messer tragen anschließend Partikel vom Pfropfen ab; Mischflügel bringen sie in den Rezirkulationsstrom ein. Das angereicherte Rezirkulat wird zum ausgewählten Fermenter gepumpt. Der Powerfeed ist daher als zentrale Einheit zu betrachten, die mit dem vorgelagerten Behälter, der Zuführschnecke, der Pumpe, Leitungen, Ventilen und Steuerung zusammenarbeitet.

Drei Arten der Beschickung

Powerfeed connect wird seitlich an die Austragsschnecke eines vorhandenen Dosierbehälters oder Schubbodens angeschlossen. Der Hersteller nennt für connect 300 eine Kapazität von 4–5 t/h und für connect 400 von 7–9 t/h. Powerfeed wird von oben über einen eigenen Einlauftrichter befüllt; für die Größen 300 und 400 gelten dieselben angegebenen Kapazitätsbereiche.

Powerfeed duo verbindet die Einheit mit einem Edelstahlbehälter. Laut Hersteller ist der Behälter 3 m breit, fasst 10 t und verfügt über eine Schaufelwalze zum Auflockern und gleichmäßigen Austrag fester Stoffe. Für das Modell duo 400 werden 7–9 t/h genannt. Dies sind Nennangaben des Herstellers; die tatsächliche Leistung ist für Schüttdichte, Struktur und Trockenmassegehalt der konkreten Biomasse zu bestätigen.

Warum ist die Pfropfenbildung wichtig?

Der verdichtete Pfropfen verringert die mit den Feststoffen in die Leitung eingetragene Luft und bildet eine mechanische Grenze zur flüssigen Seite. Der Hersteller verbindet die geschlossene Ausführung mit weniger Geruchsbelastung und dem Schutz gegen Gasaustritt. Im Projekt müssen dennoch Druckgrenzen, Rückströmsicherung, Blockaden und das Verhalten bei Stromausfall gesondert geprüft werden.

Börger führt auch an, dass kleinere Partikel im Rezirkulat die Neigung zu Schwimmschichten und den Rührbedarf verringern. Das sind Herstellerangaben; der tatsächliche Effekt hängt von Substrat, Fließverhalten im Fermenter, vorhandenen Rührwerken und Fütterungsregime ab. Ohne Daten der konkreten Anlage darf daraus keine garantierte Energieeinsparung oder höhere Gasausbeute abgeleitet werden.

Steuerung und Wartung

Die Steuerung muss Powerfeed, Rezirkulationspumpe und Zuführschnecke abstimmen. Der Hersteller nennt Drucküberwachung, Trockenlaufschutz, Funktionskontrolle und die Möglichkeit zur Einbindung über Kommunikationsbusse. Das ist besonders wichtig, wenn eine Einheit mehrere Behälter versorgt: Das Ventil zum richtigen Fermenter muss bestätigt sein, bevor die Feststoffzufuhr startet.

Ein Schnellverschluss ermöglicht den Zugang zu wartungsbedürftigen Teilen. Um die Einheit muss jedoch ausreichend Platz zum sicheren Öffnen und Arbeiten bleiben. Zu warten sind Schnecke, Druckkanal, Messer, Flügel, Dichtungen und Rezirkulationspumpe. Auch das Entleeren und Absperren der Leitung vor einem Eingriff muss geplant werden.

Wann passt das Konzept?

Der Powerfeed ist interessant, wenn eine Anlage feste Biomasse geschlossen in den Rezirkulationsstrom einbringen oder mehrere Fermenter über eine zentrale Einheit versorgen will. Die Connect-Ausführung kann sich für den Anschluss an einen vorhandenen Bunker oder Schubboden eignen, während die Duo-Ausführung einen integrierten Behälter bietet. Vor der Auswahl sind ausreichendes Rezirkulat, der erforderliche Pumpendruck und der Anlagenbetrieb während der Wartung der zentralen Einheit zu prüfen.

Der Unterschied zu einem einfachen BunkerDer Powerfeed ist kein Vorratsbehälter für mehrere Stunden, sondern eine Einheit zum Einbringen vorbereiteter fester Biomasse in einen Flüssigkeitsstrom. Vorrat und Gleichmäßigkeit hängen deshalb auch vom vorgelagerten Behälter und der Zuführschnecke ab.

Quellen und weiterführende Literatur

Kapazitäten, konstruktive Merkmale und beschriebene Vorteile stammen aus öffentlich zugänglichen Herstellerangaben und sind für die konkrete Biomasse und Anlagenkonfiguration zu bestätigen. Die Illustration zeigt das Funktionsprinzip, kein genaues Werksmodell.