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Sicherheit · FACHBEITRAG

Sicherheit von Biogasanlagen – Brände, Explosionen und giftige Gase

Biogas ist brennbar, und einzelne Bestandteile können giftig sein. Sicherheit muss daher in Planung, Anlagentechnik, Automatisierung und tägliche Arbeitsabläufe integriert werden.

Illustration der Sicherheitseinrichtungen einer Biogasanlage
Technische Illustration zum Artikel.

Eine Biogasanlage umfasst brennbares Gas, geschlossene Behälter, elektrische Betriebsmittel, bewegliche Maschinen und biologische Einsatzstoffe. Diese Risiken sprechen nicht gegen die Technologie; sie müssen systematisch beherrscht werden.

Methan und explosionsfähige Atmosphäre

Methan kann mit Luft ein entzündbares Gemisch bilden. Deshalb werden mögliche Austrittsstellen bewertet und Zonen eingeteilt; Betriebsmittel in gefährdeten Bereichen müssen für die vorgesehenen Bedingungen geeignet sein. Lüftung, Gaswarntechnik, Potenzialausgleich, Blitzschutz und die Vermeidung von Zündquellen gehören zu einem gemeinsamen Sicherheitskonzept.

Schwefelwasserstoff und enge Räume

Schwefelwasserstoff ist giftig und kann im Biogas vorkommen oder beim Umgang mit Gärresten freigesetzt werden. In engen Räumen droht zudem Sauerstoffmangel. Das Betreten von Behältern, Gruben und ähnlichen Bereichen darf keine Routine sein: Erforderlich sind ein schriftliches Verfahren, Messung der Atmosphäre, Lüftung, geeignete Schutzausrüstung, Überwachung und ein Rettungsplan.

Druck, Gasfackel und Schutzeinrichtungen

Das Gassystem braucht Schutz gegen Über- und Unterdruck. Eine Sicherheitsfackel verbrennt überschüssiges Gas kontrolliert, wenn der Hauptverbraucher ausfällt. Ventile, Flammensperren, Kondensatabscheider und Messgeräte müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden.

Organisation ist ebenso wichtig wie Technik

Klare Zuständigkeiten, Schulung der Beschäftigten, Aufzeichnungen, Kennzeichnung der Leitungen, Kontrolle von Fremdfirmen und ein Notfallplan verringern die Fehlerwahrscheinlichkeit. Änderungen an den Substraten, Umbauten oder ein vorübergehendes Abschalten von Schutzeinrichtungen erfordern vorab eine Risikobewertung.

Grundlage der SicherheitDie gefährlichste Annahme ist, dass nichts passieren werde, weil bisher nichts passiert ist. Sicherheitseinrichtungen müssen kontrolliert, geprüft und in Übungen berücksichtigt werden.

Quellen und weiterführende Literatur

Dieser Beitrag dient der Information. Er ersetzt weder eine Planung oder fachliche Bewertung noch eine rechtliche, umweltbezogene oder finanzielle Beratung für ein konkretes Vorhaben.