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Investitionen · FACHBEITRAG

Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen – Kosten, Erlöse und zentrale Risiken

Die Wirtschaftlichkeit hängt nicht allein vom Verkaufspreis der Energie ab. Entscheidend sind Substrate, Anlagenverfügbarkeit, Eigenverbrauch, Gärreste, Finanzierung und vertragliche Risiken.

Illustration zu Kosten, Erlösen und Amortisation einer Biogasinvestition
Technische Illustration zum Artikel.

Eine Biogasanlage ist eine langfristige Infrastrukturinvestition. Die einfache Rechnung Nennleistung mal Energiepreis ergibt oft ein zu optimistisches Bild: Stillstände, Eigenverbrauch, Veränderungen beim Substrat und tatsächliche Betriebskosten bleiben dabei unberücksichtigt.

Die wichtigsten Investitionsposten

Zur Anfangsinvestition gehören Grundstück und Erschließung, Bauwerke, Annahme und Lagerung der Substrate, Fermenter, Gassystem, Energie- oder Biomethantechnik, Elektrotechnik, Automatisierung, Anschlüsse, Planung, Genehmigungen und eine Reserve für unvorhergesehene Arbeiten. Auch Betriebsmittel für die Anlaufphase müssen eingeplant werden.

Erlöse und Einsparungen

Ein Projekt kann Wert durch Strom, Wärme, Biomethan, Entgelte für die Annahme bestimmter organischer Stoffe, den Ersatz zugekaufter Energie und die Nutzung von Gärresten schaffen. Für jeden Erlös braucht es realistische Mengen, Preise und eine vertragliche Grundlage. Wärme ohne tatsächlichen Abnehmer ist kein Erlös.

Betriebskosten

Einzuplanen sind Beschaffung und Transport der Substrate, Personal, Laboranalysen, Eigenstrombedarf, Wartung von Motor und Verfahrenstechnik, Ersatzteile, Versicherung, Entsorgung von Störstoffen, Gärrestmanagement und Verwaltung. Ein größerer Defekt kann zugleich Reparaturkosten und Erlösausfälle verursachen.

Szenarien prüfen

Neben dem Basismodell sollte geprüft werden, was bei geringerem Gasertrag, teureren Substraten, weniger Betriebsstunden, steigenden Zinsen oder einem verzögerten Netzanschluss geschieht. Kennzahlen wie Amortisationsdauer, Kapitalwert und interner Zinsfuß sind gemeinsam zu betrachten.

Die europäische Politik eröffnet Spielraum für die Entwicklung von Biomethan. Ein politisches Ziel garantiert jedoch keine Erlöse für ein einzelnes Projekt. Die Investitionsentscheidung muss sich auf lokale Verträge, eine nachweisbare Substratbasis und ein technisch geprüftes Konzept stützen.

Ein tragfähiges ModellEin Projekt sollte auch unter einem plausiblen ungünstigen Szenario tragfähig bleiben. Rechnet es sich nur bei idealer Produktion, idealen Preisen und ohne Stillstände, ist das Risiko zu hoch.

Quellen und weiterführende Literatur

Dieser Beitrag dient der Information. Er ersetzt weder eine Planung oder fachliche Bewertung noch eine rechtliche, umweltbezogene oder finanzielle Beratung für ein konkretes Vorhaben.