Biogas enthält Methan, das verbrannt und in nutzbare Energie umgewandelt werden kann. In vielen Anlagen erzeugt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) gleichzeitig Strom und Wärme.
Wie funktioniert Kraft-Wärme-Kopplung?
Nachdem Kondensat entfernt und unerwünschte Verbindungen reduziert wurden, gelangt das Biogas zum Gasmotor. Der Motor treibt einen Generator zur Stromerzeugung an. Die Wärme aus der Motorkühlung und den Abgasen wird über Wärmetauscher ausgekoppelt, statt vollständig an die Umgebung abgegeben zu werden.
Einen Teil des erzeugten Stroms verbraucht die Anlage selbst: Pumpen, Rührwerke, Dosiertechnik, Ventilatoren und Steuerung benötigen eine kontinuierliche Stromversorgung. Der übrige Strom kann am Standort genutzt oder ins Netz eingespeist werden, soweit die technischen und vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Für die Wärme braucht es einen Abnehmer
Der erste Wärmeabnehmer ist meist der Prozess selbst, denn der Fermenter muss auf Betriebstemperatur gehalten werden. Die übrige Wärme kann zur Beheizung von Gebäuden, zur Trocknung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, für technische Prozesse oder für ein lokales Wärmenetz dienen. Dafür muss der Abnehmer nahe genug liegen und sein Wärmebedarf zeitlich zur Erzeugung passen.
Die Gesamtbilanz ist entscheidend
Die elektrische Leistung des Motors allein sagt wenig über die Qualität des Projekts aus. Ebenso wichtig sind Biogasqualität, Anlagenverfügbarkeit, Eigenstrombedarf, geplante Stillstände, Wärmenutzung und Wartungskosten. Wird Wärme nicht genutzt, bleibt ein Teil des energetischen Potenzials unerschlossen.
Quellen und weiterführende Literatur
- T. Al Seadi et al., Priručnik za bioplin, BiG>East, 2008.
- U.S. EPA – Basic Information about Anaerobic Digestion
Dieser Beitrag dient der Information. Er ersetzt weder eine Planung oder fachliche Bewertung noch eine rechtliche, umweltbezogene oder finanzielle Beratung für ein konkretes Vorhaben.
