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BHKW-ABWÄRME · FACHBEITRAG

Trocknungsanlagen mit BHKW-Wärme – Getreide, Holz, Biomasse und andere Erzeugnisse

Eine Trocknungsanlage kann BHKW-Wärme nutzen, um Produkte mit geringerem Feuchtegehalt, längerer Lagerfähigkeit oder höherem Marktwert herzustellen. An landwirtschaftlichen Standorten lässt sie sich oft mit vorhandener Logistik und Lagerung verbinden.

Isometrische Illustration eines BHKW, das eine industrielle Rotationstrocknung mit Ein- und Austragsförderern mit Wärme versorgt
BHKW-Abwärme kann über Wärmetauscher als Energiequelle für verschiedene Trocknungsanlagen dienen.

Bei der Trocknung wird Wasser aus einem Produkt entfernt; dafür ist viel Wärme nötig. Steht an einer Biogasanlage bereits warmes Wasser aus dem BHKW zur Verfügung, kann ein Teil der Wärme, die sonst am Kühler abgegeben würde, zur Erwärmung der Trocknungsluft dienen.

Was lässt sich trocknen?

Typische landwirtschaftliche Beispiele sind Mais und andere Getreidearten. Dasselbe Prinzip gilt aber für Holzhackschnitzel, Sägemehl, bestimmte Biomassearten und viele weitere Schüttgüter. Die Trocknungsanlage muss zu Partikelgröße, Anfangs- und Zielfeuchte, zulässiger Produkttemperatur und erforderlicher Leistung passen.

Nicht jede Trocknungsanlage arbeitet gleich

Bandtrockner eignen sich für eine kontinuierliche, schonendere Trocknung bei niedrigeren Temperaturen. Konventionelle landwirtschaftliche Durchlauf- oder Chargentrockner sind auf Getreide ausgelegt. Rotations- oder Mischtrockner werden genutzt, wenn das Material ständig gewendet werden muss und guten Kontakt zur Warmluft braucht. Die Wahl richtet sich nach dem ganzen Materialweg von Annahme bis Lagerung, nicht nur nach dem Maschinenpreis.

Warum ist BHKW-Wärme interessant?

Warmwasser aus dem Motorkühlkreislauf kann die Prozessluft über einen Luftwärmetauscher erwärmen, ohne dass in der Trocknungsanlage zusätzlich Brennstoff verbrannt wird. Stehen höhere Temperaturen bereit, kommen andere Konfigurationen infrage. Zu prüfen ist, wie viel Wärme in der kältesten und wärmsten Jahreszeit übertragen werden kann und wie die Trocknung auf Laständerungen des BHKW reagiert.

Saisonalität kann Vorteil und Problem sein

Getreide wird nur zu bestimmten Zeiten intensiv getrocknet. Eine Getreidetrocknung allein löst den Wärmeüberschuss möglicherweise nicht in allen 12 Monaten. Interessant sind Mehrzwecktrockner oder mehrere Erzeugnisse: etwa Getreide in der Saison und Holzhackschnitzel oder andere Stoffe im übrigen Jahr. Auch eine Trocknungsdienstleistung für benachbarte Betriebe ist möglich.

Beispiele für Hersteller

  • STELA Laxhuber – landwirtschaftliche und Bandtrockner; der Hersteller nennt ausdrücklich die Nutzung von Abwärme aus Biogas- und BHKW-Anlagen.
  • Dorset Green Machines – Bandtrockner für Biomasse, Holz, Gärreste und weitere organische Stoffströme mit Nutzung von Restwärme.
  • RHS RHINO – Mischtrockner für unterschiedliche feuchte Materialien bei verfügbarer Abwärme.

Luft, Staub und Brandschutz berücksichtigen

Eine Trocknungsanlage besteht aus mehr als Wärmetauscher und Ventilator. Abluftfilterung und gegebenenfalls Abluftwäsche, Staub, Lärm, Brandschutz, Lagerung des trockenen Produkts und Förderlogistik müssen berücksichtigt werden. Beim Wechsel des Produkts sind auch Reinigung und mögliche Verunreinigungen zu prüfen.

KernaussageEine Trocknungsanlage ist sinnvoll, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung die Wärme während genügend Stunden im Jahr benötigt. Erst danach sollten Bauart und Kapazität gewählt werden.

Quellen und weiterführende Literatur

Dieser Beitrag dient der Information. Die konkrete Ausführung erfordert eine Wärmebilanz, Herstellerdaten und die Prüfung örtlicher Bedingungen, Genehmigungen und geltender Vorschriften. Die Illustration zeigt ein Funktionskonzept, keinen Ausführungsplan.