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BHKW-ABWÄRME · FACHBEITRAG

Abwärme aus dem BHKW – wo entsteht sie und wie lässt sie sich nutzen?

Bei einem Biogas-BHKW ist Strom nur ein Teil des Ergebnisses. Ein weiterer großer Energiestrom ist die Wärme aus Motorkühlung und Abgasen. Ihr Wert hängt davon ab, ob ein Abnehmer sie während genügend Stunden im Jahr nutzen kann.

Isometrische Illustration eines Biogas-BHKW mit Wegen der Wärmenutzung zu Ort, Trocknungsanlage, Gewächshaus, Industrie und Kälteerzeugung
Überblick über mögliche Nutzungen der BHKW-Wärme an einer Biogasanlage.

Auf den meisten Biogasanlagen wird ein Teil der Wärme bereits benötigt: zum Halten der Fermentertemperatur, Beheizen von Technikräumen, Bereiten von Warmwasser oder Hygienisieren bestimmter Stoffströme. Die Frage ist, was mit der Wärme geschieht, die bei laufendem BHKW nach Deckung des Eigenbedarfs übrig bleibt und über Kühler an die Umgebung abgegeben wird.

Zwei Hauptquellen: Motor und Abgas

Die erste Quelle ist der Motorkühlkreislauf. Er liefert einen stabilen Warmwasserstrom für Fermenter, Gebäude, Gewächshäuser, Wärmenetze, Trocknung bei niedrigeren Temperaturen oder als Quelle einer Wärmepumpe. Die zweite Quelle ist das Abgas. Dessen höheres Temperaturniveau kann über Wärmetauscher für Warmwasser, Dampf, Thermoöl oder ein ORC-System genutzt werden. Temperaturen, Volumenströme und verfügbare Leistung hängen vom jeweiligen Motor und der Ausführung der Wärmerückgewinnung ab.

Zuerst den Eigenbedarf der Anlage decken

Die günstigste genutzte Kilowattstunde ist häufig jene, die den Standort nicht verlässt. Fermenterbeheizung, Hygienisierung, Beheizung der Werkstatt oder des Verwaltungsgebäudes und Prozesswasserbereitung erfordern weder eine lange Wärmeleitung noch einen externen Käufer. Erst danach lässt sich der tatsächliche Wärmeüberschuss über das Jahr berechnen.

Welche Möglichkeiten gibt es für die übrige Wärme?

Kaskadennutzung ist oft sinnvoller als ein einzelner Großabnehmer

Wärme auf hohem Temperaturniveau muss nicht für eine Anwendung verwendet werden, die nur lauwarmes Wasser benötigt. In einem abgestimmten System wird sie stufenweise genutzt: zuerst bei höherem Temperaturbedarf, anschließend kann der Rücklauf für Niedertemperaturheizung, Trocknung oder ein Gewächshaus dienen. So durchläuft dieselbe erzeugte Wärme mehrere nützliche Schritte.

Was muss vor der Entscheidung gemessen werden?

Vor der Technologiewahl ist eine Jahreswärmebilanz nötig: Wie viel Wärme bleibt nach Deckung des Eigenbedarfs tatsächlich übrig, bei welcher Temperatur und für wie viele Stunden? Wie weit entfernt ist der Abnehmer, und was geschieht bei einem BHKW-Stillstand? Erst dann sind Investition, Hilfsstrombedarf, Wartung und Erlöse des Endprodukts vergleichbar.

KernaussageAusgangspunkt sind das Wärmebedarfsprofil und das gewünschte Endprodukt, nicht das Gerät. Dasselbe BHKW kann eine völlig andere Wirtschaftlichkeit haben, je nachdem, ob ein Ort, eine Trocknungsanlage oder ein Industriebetrieb in der Nähe liegt – oder gar kein verlässlicher Wärmeabnehmer.

Quellen und weiterführende Literatur

Dieser Beitrag dient der Information. Die konkrete Ausführung erfordert eine Wärmebilanz, Herstellerdaten und die Prüfung örtlicher Bedingungen, Genehmigungen und geltender Vorschriften. Die Illustration zeigt ein Funktionskonzept, keinen Ausführungsplan.